Hebe-Ritus

Hebe-Ritus

In manchen bayerischen Leonhardskirchen gab es früher schwere kultische Eisenfiguren - sogenannten Leonhardsklötze oder "Würdinger", die von Burschen am Festtag des Heiligen "geschutzt" (gehoben) wurden. Die bekanntesten sind die von Aigen am Inn.
Ursprünglich handelt es sich bei diesen Figuren um Votivgaben. Der Name "Würdinger" geht auf ein seit 820 bestehendes gleichnamiges Geschlecht zurück, das angeblich im 16. Jh. die Figuren nach Aigen geopfert hat. Die größte, der "Würdinger", wiegt fast drei Zentner und soll einen geharnischten Ritter verkörpern. Die Größe und Schwere der Votive regte kultische Handlungen und abergläubische Vorstellungen an. Der Hebe-Ritus - eine Art Bußübung - vermischt abergläubische Elemente mit denen von Kraft- und Gewissensproben.

(C) Verein der Freunde des Leonhardimuseums in Aigen a. Inn e. V.