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„Heimische Künstler stellen aus“ – Ein Schnitzer mit Liebe zum Detail

Fritz Wieland aus Ering a. Inn

8. Oktober bis 12. November 2010

Das Interesse am Kunsthandwerk geht für den Aussteller, Fritz Wieland auf seine Bundeswehrzeit 1963 zurück. Ein Stubenkamerad fertigte Bilder aus Kupferblech an. Diese Technik weckte das Interesse am Bildnerischen. In Abendkursen erweiterte er die künstlerischen Möglichkeiten, darunter auch die Kunstschmiedetechnik. Im Stift Reichersberg belegte der Aussteller Kurse in Töpferei, Hinterglasmalerei und Schnitzen. Die Kunst und das Kunsthandwerk wurden immer mehr zum Mittelpunkt seines Lebens. Er unterrichtete 15 Jahre an der Fachoberschule Pfarrkirchen dieses Fach. Wieland sieht sich dabei als Kunsthandwerker. Zahlreiche Studienreisen von Marokko bis Bali trugen zur Erweiterung seines künstlerischen Horizontes bei. Der Autodidakt wandte sich einem neuen Bereich zu: der Holzbildhauerei. Umfangreiche Anatomiestudien gingen voraus, bevor mit den verschiedensten Schnitzmessern die praktische Arbeit mit dem Lindenholz begonnen werden konnte.
Vorbilder des Ausstellers waren die Meister der spätgotischen Plastik Tilmann Riemenschneider und Veit Stoß.
Im Mittelpunkt seines Schaffens stand in den letzten 10 Jahren die Nachbildung der Moriskentänzer, die Erasmus Grasser 1480 für den Festsaal des Münchner Rathauses anfertigte. Wieland hat alle 10 noch vorhandenen (ursprünglich 16) Figuren aus verleimten Lindenholzblöcken herausgeschlagen. Die Figuren wurden in etwa zwei Drittel der Originalgröße (61 – 81 cm) angefertigt und vergoldet und gefasst.
Wieland hat ein Thema aufgegriffen, das seinen Ursprung in der Zeit des Biedermeier hatte und heute fast in Vergessenheit geraten ist: das Schnitzen von Vögeln, meist Singvögel. Diese meist in Originalgröße geschnitzten Vögelchen sitzen auf einem Ast sind mit einem Kreidegrund und originaltreu von Wieland gefasst worden. Inzwischen ist die Vogelschar auf etwa 90 Stück angewachsen. Außerdem sind in der Ausstellung aufwändig geschnitzte Christbaumkugeln und Spiegel – und Bilderrahmen zu sehen.
Die Plastiken und Schnitzarbeiten von Wieland sind mit großem handwerklichen Können erstellt und mit Liebe zum Detail ausgeführt worden. Die erste Ausstellung des Künstlers zeigt eine große Vielfalt bildnerischer Möglichkeiten.