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Ein Haus voller Kindlein

Ausstellung religiöser Volkskunst Gnaden- und Christkindl und Klosterarbeiten aus 4 Jahrhunderten

vom 5. September bis 13. November 2009

Das Restaurieren von religiösen Darstellungen ist für Rosi Bauer zum Lebensinhalt geworden. In den vergangenen 36 Jahren hat sich die 67- Jährige hervorragendes Wissen und Talente angeeignet und sich einen Namen als Sammlerin und Restauratorin von Weihnachts- Passions Krippen, Gnaden- und Christkindl sowie Klosterarbeiten gemacht. Die Künstlerin selbst sagt das Restaurierung und der Erhalt von Objekten echter Volksfrömmigkeit sind für mich wie ein Gebet.
Auf Grund ihrer Bekanntheit bekommt sie immer wieder von Klöstern, Pfarrhäusern oder Bekannten Dachbodenfunde die es zu erhalten gilt. Was man auf Flohmärkten nicht findet muß selbst angefertigt werden. Sie schnitzt, bemalt, zeichnet. sie näht und stickt. Aus Silikon müssen Formen für traditionelle Köpfe für Maria-, Josef- oder Jesus Figuren gegossen werden. Das Fachwissen und die Talente von Rosi Bauer sind oft gefragt: : Eines ihrer Jesulein liegt in einem ukrainischen Kloster, für den Libanon hat sie den heiligen Scharbel lebensgroß nach altem Vorbild gestaltet und für das „Prager Jesulein“ wurde die Oberbayerin als Gutachterin herangezogen.
Viele Objekte in Bayern, Österreich und der Schweiz wurden von ihr restauriert und so vom Verfall gerettet. Rosi Bauer sieht in den Objekten in erster Linie nicht den materiellen sondern den ideellen Wert,. Dem Kölner Kardinal Joachim Meisner hat sie den Wunsch nach einem Altöttinger Jesulein erfüllt und im Gegenzug ein „Nonnberger Trösterlein“ von ihm bekommen. Das elfenbeinerne „Loretto-Kindl“ hat sie in ziemlich desolatem Zustand vom Kapuziner-Kloster Neuötting samt Ersatzgarderobe erworben. Spezialisten schätzen es als Original aus dem 17. Jahrhundert.
Es sind alles Verehrungsgegenstände, die einer Ordensfrau, die in der Klausur meditiert, Bestätigung und Zuversicht gibt, oder aber einem Betenden in seinem Gottvertrauen stärkt. Bereits seit dem frühen Mittelalter gibt es Jesuskindverehrung, regelrechte Wallfahrten zu den Gnadenkindl entwickelten sich dann in der Barockzeit.
Rosi Bauer ist im Laufe der Jahre zur Mutter vieler Kindlein geworden: 25 Gnadenkindlein aus ganz Europa, 200 Christkindl und über 25 Krippen dürften es sein die Rosi Bauer neugeschaffen oder durch Restaurierung der Nachwelt erhalten hat. Die Sammlung besteht aus Objekten verschiedener Klöster aus Bayern, Österreich und der Schweiz mit dem Auftrag sie ab und zu der Öffentlichkeit zu zeigen.
Diese Ausstellung kommt anschließend zum letzten Mal als Wanderausstellung in die Schweiz und abschließend als ständige Ausstellung in ein Museum nach Siegsdorf.